Nürnberger Nachrichten / 01.04.2016

von Bernd Zachow

Junge Künstler mit viel kreativem Potenzial

 

Für das Künstler-Duo “isterika”, bestehend aus Nata Dolheimer und Alex Petrenko, ist Malerei eine “innere Notwendigkeit”. Dolheimer/Petrenko bezeichnen sich als Anhänger einer Arbeitsweise, welche die Herrschaft der praktischen Vernunft infrage stellt und es den Machern ermöglicht, sich frei von allen Konventionen und ganz subjektiv auszutoben. In der Stadtteil-Galerie LeonART zeigt “isterika” das Ereignis eines Jahres fieberhafter, schrankenloser, “hysterischer” Bild-Produktion.

Zu sehen sind zwei Dutzend meist großformatige und größtenteils objekthafte Gemälde, deren Basis in jedem Fall diverse Schichten von auf die flüchtig präparierte Malfläche geschleuderter, gespritzter, gesprühter und getröpfelter Farb-Masse bilden. Zur materiellen und ästhetischen Verfestigung dieser wilden Farb-Orgien dienen allerlei eingearbeitete Materialien wie Glas-Splitter, Holz-Späne, Metall-Deckel. Den Abschluss bilden vielfach ein paar darüber malerisch aufgetragene konstruktive Form-Elemente und vor allem eine fantasievoll gestaltete Rahmung.

 

Mit einem Schuss Selbstironie 

 

Nata Dolheimer und Alex Petrenko, beide Jahrgang 1981, beide vor anderthalb Jahrzehnten aus den östlichsten Teilen der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland gekommen, sehen in ihrem künstlerischen Tun nicht zuletzt eine Art Selbst-Therapie. Ausgelebte Kreativität bedeutet für sie “spontane Aktion, befreite Arbeit”, eine Aufeinanderfolge bedingungsloser Entscheidungen, welche sie zumindest zeitweilig von einem quälenden Gefühl der Entfremdung erlöst. Wenn sie ihre gemeinsam geschaffene Bilder mit dem Namen “isterika” signieren, verweisen sie nicht ohne Selbstironie auf eine weitere Triebkraft ihres Tuns. Schließlich ist das, was früher “Hysterie” hieß, eine Mischung aus Egozentrik und einem starken Bedürfnis nach öffentlicher Anerkennung.